Tarifvertrag brot- und backwarenindustrie ost

Die Mindestaltersanforderung für Arbeitnehmer beträgt 13 Jahre. Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren können mit Zustimmung ihrer Eltern einen Arbeitsvertrag abschließen. Der Vertrag kann schriftlich oder mündlich abgeschlossen werden, muss aber innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Arbeiten schriftlich niedergelegt werden. Der Vertrag hat einen bestimmten Tarifvertrag oder Betriebsvertrag zu berücksichtigen. In der Privatwirtschaft berichtete der Arbeitgeberverband der Automobilindustrie, dass 71 % seiner Mitglieder den von Gesamtmetall und IG Metall genehmigten Branchentarifvertrag nicht umsetzten. Gesamtmetall argumentierte, dass Branchenvereinbarungen flexibel gestaltet werden müssten, um attraktiv zu bleiben, während die IG Metall Proteste inszenierte und erklärte, die Arbeitgeber versuchten, die Situation auszunutzen und nicht auf die Umstellung auf Industrie 4.0 vorbereitet seien. und zu einer CO2-freien Wirtschaft. In den letzten Jahren haben Tarifverträge an Bedeutung gewonnen, um neue Arbeitszeitregelungen zu regeln oder Optionen dafür auf Betriebsebene zu schaffen. Der Trend ist auf die Forderung der Arbeitgeber nach mehr Arbeitszeitflexibilität und auf die Forderungen der Gewerkschaften nach mehr Autonomie zurückzuführen. Im Rahmen eines 2016 abgeschlossenen Tarifvertrags können Arbeitnehmer, die bei den Unternehmen der Deutschen Bahn beschäftigt sind, zwischen einer Lohnerhöhung, einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit oder zusätzlichen sechs freien Tagen wählen. Im Chemie- und Bergbausektor sieht der Tarifvertrag von 2017 eine Öffnungsklausel vor, um von der sektoralen Wochenarbeitszeit auf Betriebsebene abzuweichen, indem bestimmten Einheiten oder Gruppen von Arbeitnehmern die Wahl zwischen 35 und 40 Stunden zur Verfügung gestellt wird.

Sehr lange Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden sind ebenfalls erlaubt. Die Anpassungszeit wird auf 36 Monate verlängert (die EU-Arbeitszeitrichtlinie sieht vier Monate vor). Der im Metall- und Maschinensektor im Jahr 2018 abgeschlossene Tarifvertrag enthält eine Öffnungsklausel, die allen Arbeitnehmern die Möglichkeit gibt, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum auf mindestens 28 Stunden zu reduzieren und danach wieder vollzeitbeschäftigt zu werden und andererseits den Anteil der Arbeitnehmer, die Überstunden leisten, zu erhöhen. Wie die jüngsten Daten der IAB-Betriebspanels zeigen, hatten 9 % der Betriebe (rund 40 % der Beschäftigten) in der westdeutschen Privatwirtschaft im Jahr 2016 einen Betriebsrat. Dem stehen 9 % der ostdeutschen Betriebe gegenüber, auf die 33 % der Beschäftigten verfügen. Die Abdeckung variiert stark je nach Betriebsgröße. Nur 9 % der Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten haben einen Arbeitnehmeranteil, gegenüber 86 % der Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten. Die Situation ist an beiden Enden stabil geblieben, und die Situation in kleinen Betrieben hat sich nicht verbessert, obwohl eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes im Jahr 2003 darauf abzielte, die Vertretung der Arbeitnehmer zu ermöglichen.